Über das Werden unserer neuen „Jäger & Brommer"- Orgel
aus der Festschrift zur Einweihung am 6. Oktober 1996 (gekürzt)
Unsere junge Kirchengemeinde Waldbronn, seit 1977 selbständig, ist eine lebendige Gemeinde. Das zeigen ihre Aktivitäten. Am Erntedankfest 1984 wurde nach zweijähriger Bauzeit unser schönes, architektonisch interessantes Gemeindezentrum eingeweiht. Dort stand uns seither eine elektronische Lipp-Orgel zur gottesdienstlichen Liturgie- und Liedbegleitung zur Verfügung. Mit ihren bereits mehr als 25 Jahren kam es immer wieder zu klanglichen Ausfällen. Somit waren die Verantwortlichen unserer Gemeinde gefordert, nach einem neuen Instrument Ausschau zu halten.
Zunächst gab es natürlich lebhafte Diskussionen, ob es wieder eine elektronische Orgel oder aber eine Pfeifenorgel sein sollte. Es wurde letztlich die Pfeifenorgel favorisiert, ist sie doch ein Instrument, das der nächsten und vielleicht auch der übernächsten Generation noch ihren Dienst erweisen kann.
Zunächst wurde natürlich an eine zweimanualige Pfeifenorgel gedacht. Wegen den zu erwartenden hohen Kosten unterbreitete uns der Orgelsachverständige beim Oberkirchenrat, Dr. Martin Kares, eine preisgünstigere Alternative, für die "nur" ca. 140.000 DM zu investieren waren. Diese beinhaltete eine einmanualige Pfeifenorgel mit einem Keyboard als zweitem Manual. Hinzu kam die Option, eine spätere Erweiterung zu einer zweimanualigen Orgel offen zu halten.
Diese moderne Lösung wurde in einer Gemeindeversammlung den interessierten Gemeindegliedern vorgestellt und nach deren insgesamt positiven Voten im Kirchengemeinderat entschieden. Nach einer Ausschreibung wurde die noch junge Orgelwerkstatt Jäger & Brommer in Waldkirch ausgewählt und mit der Herstellung der Orgel zu einem Preis von 143.577 DM betraut. Hinzu kamen noch die Kosten für das Keyboard, das Soundmodul, die Lautsprecherboxen und die baulichen Nebenarbeiten. Insgesamt waren also rund 175.000 DM erforderlich, die, von einem landeskirchlichen Zuschuss in Höhe von 10 % der reinen Orgelkosten abgesehen, ausschließlich über Spenden zu finanzieren waren.
Neben regelmäßigen kleineren und größeren Spenden durften wir auch immer wieder einzelne größere Spenden entgegennehmen. Eine Spendenanfrage bei unseren örtlichen Banken, bei Handel, Handwerk und Gewerbe fiel erfreulicherweise ebenfalls auf fruchtbaren Boden. Nicht unerwähnt bleiben sollen auch die zahlreichen Benefizkonzerte und Basare mit Flohmärkten zugunsten unserer neuen Orgel.

