Gemeindeversammlung 2021

In diesem Jahr nur online

Liebe Schwestern und Brüder,
unsere diesjährige Gemeindeversammlung findet nun coronabedingt in Berichtform online statt, so haben wir, der Ältestenkreis und ich als Vorsitzender der Gemeindeversammlung, entschieden. Eine Tagesordnung im eigentlichen Sinne  gibt es nicht, sie hätte die Punkte
 1.Begrüßung und Eröffnung, 
2. Bericht aus dem Ältestenkreis, 
3. Pfarrstellenbesetzung, 
4. Bauvorhaben, 
5. Wahl des Vorsitzenden, 
6. Wünsche und Anregungen aus der Gemeinde
 
enthalten. Herr Pfarrer Waidler und Herr Klußmann gehen in ihren Beiträgen auf die TOPs 2, 3 und 4 ein. Die Wahl des Vorsitzenden – TOP 5 - hätte 2019 erfolgen müssen und wird in der nächsten Präsenzgemeindeversammlung nachgeholt. Wünsche und Anregungen können Sie gerne jederzeit wie immer Herrn Pfarrer Waidler, Herrn Klußmann bzw. allen Mitgliedern des Ältestenkreises, Frau Anderer oder auch mir gegenüber äußern.
 
Manfred Czychi
 
Unsere Kirche in Corona-Zeiten
Was war – was ist – was bleibt?
Ein Jahr – schon ein ganzes Jahr leben und arbeiten wir als Kirchengemeinde unter Pandemiebedingungen. Wer hätte das gedacht, als im vergangenen Februar plötzlich von einem neuen, ansteckenden Virus in den Medien berichtet wurde. Ich bin ehrlich: Damit hatte ich jedenfalls nicht gerechnet!
Mit dem ersten sogenannten „Lockdown“ wurde klar – das betrifft tatsächlich uns. Als Gemeinde, als Kirche. Und irgendwie wurde es auch persönlich: Ostern konnten wir nicht wie gewohnt mit großen Gottesdiensten feiern. Die Kirchen sollten geschlossen bleiben. Und ich merkte: Mein zweites Jahr in Waldbronn, das zweite Jahr als Gemeindepfarrer, wird ganz anders, als ich es mir jemals vorgestellt hatte. 
Nachdem die ersten Unsicherheiten dank sehr hoher Kommunikation auf allen Ebenen verflogen waren, entstand eine große Welle neuer, kreativer Formen von geistlichem und gottesdienstlichem Leben: Kirchen standen für persönliches Gebet und Gespräche offen. In Waldbronn entwickelten wir Hausgottesdienste – kleine Liturgien für zuhause, die wir bis heute mit inzwischen vielen Menschen auch weit über Waldbronn hinaus regelmäßig gemeinsam feiern. Andere Gemeinden stellten Online- und Liveformate dazu. Gottesdienste in den Häusern und Wohnungen statt in der Kirche – tolle, neue, ganz andere Arten von Gottesdiensten und Kirche.
„Kirche bei den Menschen“ war auch das Stichwort für diakonische Angebote, die wir gemeinsam mit den anderen Kirchengemeinden der Region und den Kommunen entwickelten: Anrufe statt Besuche, ein 24h-Seelsorge-Telefon, ein Einkaufsservice, Unterstützung für besonders betroffene Menschen. Das Schöne daran: Schnell zeigte sich, dass das gesellschaftliche Zusammenleben und Zusammenhalten im Ort sehr gut funktionierten, sodass manche Angebote auch wieder zurückgefahren und eingestellt werden konnten. 
An anderen Stellen schlug die Pandemie mit voller Härte zu: Paare, die den vielleicht schönsten Tag im Leben, die Trauung, nach langen Monaten intensiver Planung nicht feiern konnten. Trauernde, die nur im kleinsten Kreis und unter schwierigsten Bedingungen geliebte Menschen verabschieden mussten. Menschen, deren Lebensstrukturen durch Corona vollständig aus den Angeln gehoben wurden. All diese Menschen in ihren unterschiedlichen Situationen zu begleiten, war ein Schwerpunkt kirchlichen Handelns im vergangenen Jahr.
Die Zeit zeigte: Diese Herausforderung der Pandemie wird uns begleiten, lange, über das ganze Jahr hinweg. So mussten wir viele Veranstaltungen und Feste absagen und verschieben: Konzerte, Festgottesdienste, die Konfirmation, das Gemeindefest. 
Nach einem etwas entspannteren und hoffnungsvollen Sommer mit Gottesdiensten in der Kirche dank Schutz- und Hygienekonzepten, kam die Pandemie dann im Herbst mit voller Wucht zurück. Und so mussten wir auch die Planungen für die Advents- und Weihnachtszeit ganz kurzfristig über den Haufen werfen und zu Plan B übergehen: Weihnachten zuhause – mit Musik und Hörspiel aus der Kirche.
Und nun, im Jahr 2021, hält die Pandemie neue Herausforderungen für uns bereit. Und wieder und wieder stellt sich uns die Frage: Wie reagieren wir? Zeigen wir uns solidarisch mit den Schwächsten? Und mit all jenen, die tagtäglich an vorderster Stelle um das Leben von Menschen kämpfen? Mit jenen, die um ihre Existenz bangen?
Oder wollen wir als Kirche ein Leuchtturm sein? Ein Hafen, in dem Menschen Ruhe finden? Ein Ort der Gottesbegegnung?
Als Leitungsgremium ringen wir um jede Entscheidung, wägen alle Argumente ab. Bewerten, reflektieren. Wir bleiben flexibel, spontan. Und wir wissen: Richtig oder falsch kann es in diesen Wochen nicht geben. Und für jede Entscheidung gibt es Kritik auf der einen und Lob auf der anderen Seite. All das kostet Kraft, macht manchmal müde. 
Doch wir bleiben dran! Weil wir glauben: Es lohnt sich!
Und wir sehen auch: Trotz Pandemie gelingen viele Dinge.
Die Erweiterung unserer Orgel um ein zweites Manual liegt in den letzten Zügen. Dank vieler, vieler großer und kleiner Spenden und dem Engagement der Orgelbauer ist dieses langjährige musikalische Projekt nun auf einem guten Weg. 
Die Sanierung des Gemeindezentrums wird im Hintergrund weiterhin geplant – mit Fortschritten, die hoffentlich auch bald nach außen sichtbar werden. 
Unsere neuen Konfis treffen sich inzwischen wieder – digital, „Konfi online“ – und machen so neue, ganz andere Erfahrungen mit Gott, Glauben und Kirche. 
Der Projektchor probt regelmäßig online – und denkt nach Weihnachtsfest bereits an Ostern.
Wir planen wieder: Taufen, Trauungen und Konfirmationen – in der Hoffnung, dass Festgottesdienste zumindest im Kleinen bald wieder möglich sind. 
 
Und wir hoffen und beten und glauben! 
Und gehen als Gemeinde nun auch gemeinsam in einen neuen „Lebensabschnitt“:
Seit 1. März ist die Pfarrstelle in Waldbronn nun nicht mehr vakant. Ich bleibe Gemeindepfarrer in Waldbronn und übernehme von Pfarrer Volker Fritz zusammen mit dem Kirchengemeinderat die Geschäftsführung aus guten und segensreichen Händen. 
Ich freue mich auf all das, was schon ist, auf all das, was bleibt und auf all das, was noch werden wird. 
Mein Dank geht in besonderer Weise an Pfarrer Volker Fritz, der mir in den vergangenen beiden Jahren ein kompetenter, zuverlässiger und humorvoller Ansprechpartner und Kollege geworden ist. Mein Dank geht auch an die alten und neuen Mitglieder des Kirchengemeinderates, mit denen Kirche für die Menschen möglich ist, die mir ihr das Vertrauen ausgesprochen und die sich gemeinsam mit mir auch auf die Herausforderungen dieser besonderen Zeit eingelassen haben. Mein Dank geht an unsere katholischen Geschwister und Pfarrer Torsten Ret, mit denen Ökumene lebendig wird. Mein Dank gilt allen Menschen unserer Gemeinde und unseres Ortes, die mich willkommen heißen, die Rückmeldung geben, die sich für unsere Kirchengemeinde einbringen, die da sind, die Glauben und Kirche leben – bunt und vielfältig und kreativ.
Ich wünsche uns allen Gottes Segen!
Ihr Pfarrer Andreas Waidler
 
Bericht aus dem Ältestenkreis über die laufenden Aufgaben
Liebe Kirchengemeindemitglieder,
Das letzte Jahr war auch kirchlich von Corona geprägt.
So hat der Ältestenkreis viel Zeit damit verbracht, die unterschiedlichen Anforderungen umzusetzen. 
Hygienekonzepte für Präsenzveranstaltungen, die Frage, welche Angebote als Präsenzveranstaltungen, welche als Onlineformat angeboten werden können, beschäftigte uns sehr.
Auch die Frage der ausstehenden Konfirmation aus dem Jahr 2020 und die Gestaltung des Konfirmandenunterrichtes für den Jahrgang 2021 begleiteten uns.
Neben diesen tagesaktuellen Problemen waren auch unsere Bauprojekte voran zu treiben. Während das Projekt Orgelerweiterung nahezu ohne Corona-Verzögerungen durchgeführt werden konnte, stockte die Sanierung des Gemeindezentrums und der Bau des Pfarrhauses.
 
Die Orgel ist - so der aktuelle Stand - am Ostersonntag erstmals mit den erweiterten Registern und mit 2 Manualen zu hören. 
Die Sanierung des Gemeindezentrums wurde in 2 Abschnitte aufgeteilt: 
  1. Sanierung,  brandschutztechnische Ertüchtigung des Gemeindezentrums und Abriss des Jugendhauses mit Türmchen.
  2. Neubau eines Pfarrhauses
 
Für beide Abschnitte liegt die Baugenehmigung vor. Demnächst erfolgt das Vergabeverfahren und anschließend der Sanierungsbeginn.
So werden die Fluchtwege aus dem Gemeindesaal und aus dem Kirchenraum den gesetzlichen Anforderungen und  die elektrische Anlage an den Stand der Technik angepasst. Die veraltete und anfällige Heizungsanlage wird durch eine moderne Pellet-Heizung ersetzt. 
Das stark renovierungsbedürftige Jugendhaus und das angebaute Türmchen weichen dem neu zu bauenden Pfarrhaus.  
Wir bedauern, das Pfarrhaus nicht vor der Berufung unseres neuen Pfarrers Andreas Waidler, fertig gestellt zu haben. Jedoch freuen wir uns sehr, dass er zum März 2021 als Pfarrer für unsere Gemeinde berufen worden ist und wünschen ihm und seiner Frau viele segensreiche Jahre hier in Waldbronn. 
Mit freundlichen Grüßen
Tomas Klußmann 
Kirchengemeinderatsvorsitzender
 
Zum Schluss möchte auch ich im Namen unserer Gemeindemitglieder Herrn Pfarrer Waidler auf diesem Wege gratulieren und herzlich willkommen heißen,  seit dem 1. März als Pfarrer  unserer Gemeinde. Wir freuen uns über Ihre Berufung und über Ihre Entscheidung,  bei uns bleiben zu wollen. Unser herzlicher Dank  gilt auch Herrn Pfarrer Fritz, der sowohl die Vakanzvertretung übernommen hat als auch die Begleitung unseres neuen Pfarrers in dessen Probezeit. Lieber Herr Fritz, wir wünschen Ihnen eine entspannende Erholungszeit und für die kommenden Aufgaben eine kernige Gesundheit - mit Gottes Segen.
Mit herzlichen Grüßen, Manfred Czychi